"Wo Rauch ist, darf kein Feuer sein"


Ernst Schlatter
Anzeiger des Bezirkes Affoltern a/A - 31. Dezember 2003


Fotoausstellung "Köhler in Ungarn und Polen" -
im Forum für Fotografie in Hedingen

In seiner siebten Ausstellung (seit der Eröffnung im Jahr 2000) präsentiert LeNeff bemerkenswerte Reportage-Fotografien in seinem Forum für Fotografie an der Tannbühlstrasse 1 in Hedingen. Dieses Mal sind es Arbeiten des Norddeutschen Siegward Schmitz. Sie sind noch bis zum 18. Januar 2004 jeweils am Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu sehen.


Seit uralten Zeiten, Forschungen sprechen von Funden, die in die Steinzeit zurückgehen gibt es die Holzköhlerei. Das Verfahren hat sich nicht verändert und gilt heute noch als eine Kunst, die nur bei einem erfahrenen Meister erworben werden kann.

Begegnung mit einem uralten Handwerk

Das zur Verfügung stehende Holz wird kunstvoll aufgeschichtet, mit einem Reisigmantel eingekleidet und mit angefeuchtetem Kohlengries überdeckt, so dass der Meiler luftdicht abgeschlossen ist. Nach dem Zünden wird das Holz unter hohen Temperaturen in seine Bestandteile zerlegt, so dass der Kohlenstoff frei wird. Durch Öffnen und Schliessen von Luftlöchern verhindert der Köhler das Verbrennen des Holzes. Nach rund zehn bis 15 Tagen ist der Vorgang abgeschlossen: der Meiler wird abgedeckt und die Kohle, die heute vor allem zum Grillieren verwendet wird, kann nach dem Abkühlen in Säcke abgefüllt werden.

Einführung in die Kunst des Sehens

Der Norddeutsche Reportage-Fotograf Siegward Schmitz (geboren 1951) hat sich bis jetzt vor allem in Deutschland aber auch in Finnland, Polen und Frankreich mit seinen Landschafts- und Porträtaufnahmen einen Namen gemacht. Sie sind zu verstehen als eine Einführung in die Kunst des Sehens. Er ist im Jahr 2002 in die Deutsche Gesellschaft für Photografie (DGPh) berufen worden.

Seine letzten fotografischen Arbeiten (in Ausstellungen und Bildbänden) tragen denn auch Titel wie 'Steine der Generationen', 'Lieder der Erinnerung', 'Zeit der Stille' und bringen eine Lebensphilosophie zum Ausdruck, die durch inneren Reichtum geprägt ist.

In der Ausstellung "Köhler in Ungarn und Polen" ist ein Teil von Siegward Schmitz Arbeiten erstmals in der Schweiz zu sehen. Diese Werkschau vermittelt nicht 'nur' Einsichten in ein fast vergessenes Handwerk, sondern stellt Begegnungen dar mit Menschen - fernab vom unsteten Treiben der Grossstädte.

Tore zu magischen Landschaften

Begegnungen vielleicht mit Sonderlingen, mit Aussenseitern, die in äusserer Armut leben, aber in der Verbundenheit mit der Natur andere Lebensqualitäten kennen. Schmitz Fotografien alle 'schwarz-weiss' öffnen so ein Tor zu magischen Landschaften, machen einen Blick möglich in eine Kultur der Langsamkeit, die 'wenn man sich darauf einlässt' ansteckend wirkt.

Die Ausstellung im Forum für Fotografie, an der Tannbühlstrasse 1 in Hedingen, ist noch geöffnet bis zum 18. Januar 2004, jeweils am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
Weitere Angaben unter www.forumfotografie.ch.